Gruppe Menschen macht Smalltalk

Jeder kennt den Begriff Smalltalk. Man könnte ihn auch mit Plauderei oder beiläufiger Konversation ersetzen. Nicht nur im privaten Umfeld sondern auch im beruflichen Kontext spielt diese Art der Konversation eine wichtige Rolle. Manche Menschen sehen dieser Kommunikationsform gelassen entgegen, bei anderen löst alleine der Gedanke an Smalltalk negativen Stress aus. Gerade wenn du dich damit schwer tust, kannst du deinen Einstieg in Gespräche mit fremden Menschen trainieren, denn Smalltalk ist auch wichtig für den Aufbau von Vertrauen und deswegen gibt es hier den Plauder-Werkzeugkasten für Smalltalk.

Viele Menschen tun sich beim Smalltalk so schwer, weil sie wissen dass er leicht fallen soll.

– Johann Peter Hebel

Auch gesundheitlich lohnt es sich das Thema Smalltalk zu betrachten. Eine Studie der Universitäten British Columbia und Cambridge, die 2015 in der Psychologie heute veröffentlicht wurde hat gezeigt, dass Menschen, die einem kleinen Gespräch zwischendurch oder dem Smalltalk an der Kasse aufgeschlossen gegenüber sind, weniger gestresst durch den Alltag gehen. Somit scheint es einen Zusammenhang zu geben zwischen gelegentlichem Smalltalk und der positiven Auswirkung auf die menschliche Psyche.

Grundsätzlich kannst du deiner Kreativität bei der Themenwahl für den Einstieg freien Lauf lassen. Dabei solltest du jedoch bedenken, dass es Themen gibt die sich besser eignen als andere. Die Klassiker sind das Wetter – klingt komisch, ist aber so -, der Beruf bzw. der berufliche Werdegang oder auch tagesaktuelle Themen. Du kannst aber auch ein ehrlich gemeintes Kompliment, beispielsweise über die schöne Büroausstattung, für den Einstieg wählen, genau wie gemeinsame Interessen oder Hobbys. Egal für welches Thema du dich entscheidest, es ist wichtig auf die Reaktionen deines Gegenübers zu achten. Lässt sie oder er den Blick durch den Raum schweifen, wendet sich von dir ab oder schaut gar demonstrativ auf die Uhr, dann solltest du gezielt das Thema wechseln.

Generell gelten die folgenden Themen als kritisch beim Smalltalk mit Fremden oder Personen, die du noch nicht so gut einschätzen kannst.

  • Politik, besonders im eigenen Land
  • Religion
  • Beziehungen
  • Jegliche Gerüchte oder gar Lästereien
  • Persönliche Probleme
  • Geld

Und genau deswegen ist der Einstieg und Verlauf von Smalltalk im Beruf und Privatleben gar nicht so schwer, wenn du die benannten Themen ausklammerst und folgende Tipps beherzigst.

Positiv bleiben

Lege den Fokus beim Smalltalk drauf positiv zu bleiben. Mögliche negative Bewertungen sollten nicht ausgesprochen werden. Wenn deine zukünftige Chefin, dein neuer Vorgesetzter dir erzählt wie unglaublich toll Strandspaziergänge sind und du dich dazu offen negativ äusserst, weil die Bergwelt eher deiner Vorstellung entspricht, dann sorgt das definitiv nicht für Sympathiepunkte. Lass daher negative Äusserungen einfach weg oder gehe zum nächsten Thema über.

Stelle offene Fragen

Es gibt viele Fragearten in der Gesprächsführung, aber nur die offenen Fragen eignen sich gut für den Beginn eines Gespräches. Offene Fragen sind die so genannten „W“-Fragen. Wie? Wo? Wann? Was?… und viele mehr. Der Vorteil offener Fragen ist die Tatsache, dass die andere Person frei, also „offen“, antworten kann. Du engst sie mit deiner Frage nicht ein.

Halte dich kurz

Vermeide lange Monologe, denn Smalltalk dient dem gegenseitigen Austausch und dem schaffen einer gemeinsamen Basis in der Kommunikation, wo jeder zu Wort kommen sollte. Lange Ich-bezogene Aussagen dienen eher der Selbstdarstellung als dem Austausch und werden schnell entlarvt.

Mache kurze Pausen

Halte Gesprächspausen möglichst kurz. Sie können gerade am Anfang sehr beklemmend wirken. Peinliches Schweigen sollte vermieden werden, da der Wiedereinstieg in das Gespräch danach viel schwerer ist, aber gib deinem Gegenüber die Chance das Wort zu ergreifen ohne dazwischen zu sprechen, denn das könnte unhöflich wirken.

Höre zu

Zuhören ist nicht gleich zuhören. Es ist wichtig deinem Gesprächspartner zu signalisieren, dass du auch wirklich Interesse hast und die volle Aufmerksamkeit auf die Person richtest. Arbeite dazu sowohl mit der Mimik (z.B. Blickkontakt, Lächeln) als auch der Gestik (z.B. Kopfnicken oder eine zugewandte Körperhaltung).

Zeige deine Aufmerksamkeit

Mit verbalem Grunzen ;-), also Zwischentönen wie z.B. „Ah…“, „Oh…“ oder „Hmhm…“ signalisierst du deinem Gegenüber, dass du noch zuhörst. Diese Bestätigungslaute sind gerade auch in Telefonaten oder Web-Konferenzen ohne Video sehr wichtig, da dich dein Gegenüber nicht sehen kann.

Ich-Bezug minimieren

Menschen sind von Natur aus egoistisch. In der Anfangsphase eines Gesprächs sollte es aber nie darum gehen sich selbst in den Vordergrund zu stellen oder zu versuchen zu Lasten von anderen zu glänzen. Auch auf Vergleiche, die dich selbst besser darstellen, sollte verzichtet werden. Beginne Sätze möglichst ohne „Ich habe….“ oder „Ich bin…“. Setze statt dessen eine offene Frage ein, die die Meinung oder Ansicht des anderen einfordert.

Verzichte auf Belehrungen und Besserwisserei

Besserwisserei zeichnet sich häufig durch eine gewisse Arroganz aus, da sie Überlegenheit demonstriert. Das bringt deine Gesprächspartner in Verlegenheit und ist keine gute Basis für eine angenehme Beziehung. Das gilt nicht nur für Smalltalk, sondern für Kommunikation generell.

Guten Smalltalk zu führen ist immer eine Herausforderung. Steht uns dann zusätzlich noch eine Person gegenüber, die wir besonders interessant, attraktiv oder auch unsympathisch finden, wird es meist noch schwerer. Wir wollen uns auf keinen Fall blamieren oder etwas sagen, das uns in keinem guten Licht stehen lässt. Wenn du angespannt bist, dann merkt das auch dein Gesprächspartner. Daher ist eines besonders wichtig: Train it! Nutze jede Chance für Smalltalk und wenn es nur ein freundlicher Wortwechsel mit jemandem beim Einkauf ist.

Üben, üben, üben…

Ein Gespräch souverän beginnen und rhetorisch guten Smalltalk zu führen bedarf  besonders im beruflichen Kontext der Übung! Eine gute Vorbereitung gibt dir Sicherheit und erleichtert den Einstieg. Überlege dir mit welchen Themen du beginnen möchtest und recherchiere relevante Informationen zu deinem Gesprächspartner. So schaffst du dir einen kommunikativen Vorsprung. Verinnerliche die oben genannten Tipps und bereite dich gedanklich vor. Suche dir private Übungsfelder um dich auf die Gespräche im beruflichen Umfeld vorzubereiten. Nutze bewusst Situationen in denen du mit fremden Menschen in Kontakt kommen kannst. An der Kasse im Lebensmittelgeschäft, beim Bäcker, beim Friseur oder mit den Nachbarn, die man vielleicht nur unregelmäßig trifft.

Manchmal klappt es auch nicht. Wir finden keinen Draht zu unserem Gegenüber. Das kommt immer mal wieder vor und davon solltest du dich nicht entmutigen lassen. Ist das der Fall, dann beschränken wir uns auf den Austausch von Fakten, die für den weiteren Gesprächsverlauf relevant sind.

Das sollte dich nicht aus der Ruhe bringen und vor allem ist es nicht notwendig Smalltalk zu erzwingen, sonst kann das Gespräch für beide Seiten inhaltlich und emotional negativ verlaufen.

Welche Tipps aus dem Plauder-Werkzeugkasten für Smalltalk setzt du schon um? Welche möchtest du dir für ein kommendes Gespräch vornehmen?

Zum Thema Kommunikation bieten wir Coachings und Schulungen an und es gibt viele gute Bücher und Ratgeber zum Smalltalk.

Viel Spaß bei der leichten Plauderei!